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  • robertriesen74

Hallo zusammen

Nun ist sie also da, die letzte Woche vor dem Uster Triathlon, in dessen Rahmen ich zu meiner aller ersten Mitteldistanz starten werde. Doch davor stand der 1. Eglisauer Triathlon auf dem Programm. Mit der Aussicht eine Woche später in Uster zu starten, entschied ich mich schon früh dafür, dort «nur» in der Staffel anzutreten und auch nur als Schwimmer. Das Schwimmen war sowohl für die Sprintdistanz wie auch für die Ultrasprintdistanz 600m im Rhein. Nun kurz für die, die sich mit den Distanzen im Triathlon nicht so auskennen. Grundsätzlich wird im Triathlon in drei Distanzrahmen gestartet. Kurzdistanz ist alles von Ultrasprint bis Olympische Distanz. Mitteldistanz, oder auch Halbdistanz genannt, wird klassischerweise in 1,9km Schwimmen, 90km Rad und einem Halbmarathon ausgetragen. Die Langdistanz oder Volldistanz beinhaltet klassischerweise 3,8km Schwimmen 180km Rad und einen Marathon.

Mit der Staffel in Eglisau ging es über die Sprintdistanz, was 600m Schwimmen, 19.4 km Rad und 4,8km Laufen war. Um 9:10.03 ging ich als zweiter Starter in der Geschichte des Eglisauer Triathlon ins Wasser. Da ich nicht wusste, wie tief es dort war, startete ich mit einem Fusssprung. Sofort merkte ich das es tief genug für einen Kopfsprung gewesen wäre. Schade! Nun beim Schwimmen musste ich mich entscheiden, ob ich eher am Rand bleiben wollte = kürzer Strecke aber weniger Strömung oder weiter raus = weiterer Weg dafür mehr Strömung. Nach dem ich mich kurz orientiert hatte, wo andere sind, schwamm ich weiter raus. Als ich den Ausstiegspunkt im Blick hatte, steuerte ich ihn in einem möglichst flachen Winkel an. 7 min 03s nach der Überquerung der Zeitmessmatte am Start war auch die Zeitmessmatte bei Schwimmausstieg bereits überquert und der Teamkollege, der die Radstrecke fahren wird, nahm mich bereits in Empfang. Die Schnellsten legten die 600m lange Schwimmstrecke in etwas mehr als 5min zurück. Danach hiess es für mich “Warten”. Erst oben auf der Durchfahrt der Radstrecke und dann in der Wechselzone 2.  Diesmal gab es tatsächlich zwei Wechselzonen. 

Dort nahm ich den Radfahrer in Empfang, nach dem er der Läuferin übergeben hatte. Gemeinsam warteten wir vor dem Ziel auf unsere Läuferin, um gemeinsam mit ihr ins Ziel zu laufen. Der Eglisauer Triathlon ist eine kleine aber sehr feine und familiäre Veranstaltung, die sehr grosses Potential hat, ein absolutes Highlight in der Schweizer Triathlon Landschaft zu werden. Allerdings kämpfen sie schon jetzt mit den sehr beschränkten Platzverhältnissen. Wenn sie da eine gute Lösung finden, haben sie ein Triathlon Juwel entwickelt. Herzlichen Glückwunsch ans OK für diesen sehr gelungen Auftakt.


Alle Teilnehmer von Impuls Triathlon Bülach am 1. Eglisauer Triathlon

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  • robertriesen74

Hallo zusammen,

Seit einiger Zeit zweifle ich immer wieder, ob ich meine erst Mitteldistanz (1,9km Schwimmen, 90km Rad und 21.1km Laufen) innerhalb der vorgegeben 7 Stunden schaffe. Vor allem meine Lauf-Performence gibt mir sehr zu denken. Immer wieder frage ich mich, wie ich wohl von meinem Umfeld wahrgenommen werde, wenn da neben meinem Namen DNF (Wettkampf nicht beendet) steht. Heisst es dann: “Wir haben es schon immer gewusst, dass er komplett unfähig ist?” Oder: “Tja ganz klar viel zu wenig trainiert.”

Ich denke, so einfach ist es auch nicht. Um bei einer solchen Distanz das Ziel zu erreichen, muss sehr vieles stimmen. Niemand meldet sich bei einem Rennen an um aufzugeben. OK, als ich nur TV-Sportler war, war mir immer klar, dass alle Aussagen bei Interviews Ausreden sind. Vor allen von den Sportlern, die versagt haben. Nun da, seit ich selbst Sport mache, sehe ich das Ganze komplett anders. Bei einem Marathon, an dem 10’000ende an Start gehen, geht es unter 0,1% der Starter darum, den Marathon zu gewinnen. Alle andern starten mit ihren persönlichen Zielen. Viele möchten eine bestimmte Zeit erreichen, andern geht es, wie mir beim Zürich Marathon, «nur» darum, das Ziel zu erreichen.

So nun wieder zurück an den Uster-Triathlon. Ist es realistisch, dass ich das Ziel in 7 Stunden erreiche? Mal rechnen: 1,9 km Schwimmen - 45 min. 90km Rad – 3h30min, Halbmarathon -  2h35min, dazu noch 6 min Wechselzeit = 6h51min. Sollte also reichen. Allzu viel Spielraum habe ich aber wirklich nicht.

Aber bitte, wenn ich es nicht packen sollte, seit ein wenig nachsichtig mit mir. Natürlich werde ich alles, wirklich alles daran setzen, es zu schaffen.


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  • robertriesen74

Wendepunkt Rad


Hallo Zusammen

Nun ist mein erster Triathlon im Ausland auch schon Geschichte. Ein Triathlon in Triathlon Nation Nummer eins in Europa und erst noch ein Rennen der «1.Triathlon Bundesliga». Da muss alles perfekt organisiert sein. Dazu auf der ganzen Laufstrecke 2-3 Reihen an Zuschauern. So zumindest meine Vorstellung. Mal sehen, wie das mit der Realität übereinstimmte.

Ein Kollege brachte mich am Samstagmorgen mit dem Auto nach Tübingen, nicht zuletzt auch um mir seine Heimatstadt zu zeigen. In knapp 2 Stunden waren wir in Tübingen. Als erstes fuhren wir die Radstrecke ab. Schon dort freute ich mich auf diese gut angelegte Radstrecke. Im ganzen Umkreis von Tübingen entdeckte ich keinen Hinweis darauf, dass hier irgendwas am nächsten Tag stattfinden sollte. Mein Kollege fragte mich, ob ich wirklich sicher sei, dass es dieses Wochenende sei. Zurück in der Innenstadt von Tübingen entdeckten wir an der Eberhartsbrücke erste Hinweise, dass wir uns im Datum doch nicht geirrt hatten.

Nun stand die Besichtigung der Laufstrecke auf dem Programm. Dabei erklärte mir Helmut in welchem Gebäude wer gelebt oder gewirkt hatte. «Dieses Gebäude ist die Theologische Fakultät, in dem Buchladen hat Brecht seine Lehre gemacht, da lebte Schlatter usw.». So unendlich viel Geschichte auf so engem Raum, einfach beeindruckend. Auf der Laufstrecke fiel mir als erstes das Kopfsteinpflaster ins Auge, dazu kamen einige Anstiege. Das wird hart, war mein Gedanke dazu.

Theologische Fakultät Tübingen


Nach dem Mittagessen ging’s zur Starnummer Ausgabe. Dort wurde ich natürlich nach meiner Startnummer gefragt. Als ich darauf fragend mein I-Phone herausholte um nach einem übersehen E-Mail mit der Startnummer zu suchen, wurde ich sofort auf die ausgehängten Startlisten verwiesen. Nach kurzer Suche fand ich mich und konnte die Startnummer nennen. Den vorbestellten Rucksack erhielt ich erst auf Nachfrage, was aber nicht weiter schlimm war, da ich einer der ersten war, der seine Starnummer holte und sich die Volunteers noch nicht eingespielt hatten.

Ab ins Hotel, wo ich zusammen mit einem oder zwei Damenteams der 1. Triathlon Bundesliga einquartiert war. Der Wirt war komplett verwundert darüber das plötzlich so viele mit Rennräder kamen, denn er hatte keine Ahnung das ein Triathlon stattfand und dadurch die Zufahrt zu seinem Hotel am Sonntag eingeschränkt war.

Nun war es Zeit für das Warm-Up Training. Dabei stellte ich fest wie überraschend kleinräumig Tübingen ist.

Nach einer eher kurzen Nacht wurde ich schon früh geweckt. Da um 8:30h der Start angesetzt war, schloss die Wechselzone schon um 8.00h und ich wollte genug Zeit haben. Bei der Anfahrt zur Wechselzone stellte ich fest das irgendwas mit dem linken Pedal nicht stimmte. Die Befestigungsschrauben des linken Kurbelarms war etwas lose. Das Check-in war absolut problemlos. Am Wechselplatz angelangt konnte ich das Problem mit dem Bordwerkzeug rasch beheben. Einige andere Athleten stellten fest, dass es trotz Ankündigung keine Pumpen in der Wechselzone gab. Selber machte ich mich auf die Suche nach Wasser. Dies bekam ich in einem nahegelegenen Hotel. Alles bereit! Über den Patz Speaker erfuhr ich, das die Wassertemperatur des Neckars gerade mal 19,2 C hatte. Wie komme ich in den Neckar um mich anzugewöhnen war das nächste, das ich wissen wollte. Beim Schwimmstart fand ich Hilfe. Auf der anderen Seite der Neckarinsel sei dies möglich. So kalt wird befürchtet fühlte sich das Wasser zum Glück nicht an. Nun war ich bereit für den Start.

Gestartet wurde im Rollingstart. Alle 3 Sekunden wurden immer zwei Athleten ins Wasser gelassen. Dazu sollten wir uns nach unserer geschätzten Schwimmzeit aufstellen. Da ich auf eine Zeit knapp unter 35 Minuten hoffet stellte ich mich bei 30-35 Minuten auf. Das Schwimmen im Neckar verlief gut. Auf dem ersten Teil der Strecke fiel mir auf das sich sehr viele Menschen am Neckarufer aufgestellt hatten, um das Ganze zu verfolgen. Danach empfand ich das Schwimmen als einsam. Auch das sehr trübe des Neckars trug dazu bei. Immer wenn ich kurz davor war zu denken, dass ich der einzige bin, klopfte wieder jemand auf meine Füsse. Beim Umrunden der Wendebojen kam es zu überraschend wenig Körperkontakt. Kurz vor dem Zeil entdeckte ich überrascht, dass es noch eine weiter Boje hatte die ich umschwimmen musste. Nach 35min12s überquerte ich die Zeitmessmatte nach dem Schwimmausstieg. Der Ausstieg war über eine Treppe.

Schwimm ein und Ausstieg


Der erste Wechsel funktionierte sehr gut. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand ich mich gut auf dem Rad zurecht. Die Radstrecke war ein richtiger Hochgenuss, abgesehen vom geholper in der Innenstadt. Es war ein Raus-Rein-Kurs, der zweimal zu befahren war. Ausserhalb der Stadt leicht ansteigend. Zum Wendepunkt hin nahm die Steigung immer mehr zu, wurde aber nie so Steil das ich vom grossen Zahnkranz vorne runter musste. Auf der zweiten Runde waren dann auch die Athleten der Sprintdistanz mit auf der Strecke was dazu führte das die vorgeschrieben 12m Distanz nicht mehr eingehalten werden konnten, weil schlicht zu viel miteinander unterwegs waren.


Radstrecke bei Bebenhausen


Beim Absteigen vom Rad merkte ich schnell, dass mir die Radstrecke zu gut gefallen hatte. Der rechte Adduktor krampfte leicht dazu kamen die fast unlaufbaren Radschuhe. So entschied ich mich, mir in der Wechselzone 2 mehr Zeit zu lassen und zu gehen. So hatte ich auch kein Stress mehr beim Anziehen der Socken und Laufschuhe. Auf der Laufstrecke ging ich es eher langsam an, um erst mal rein zu finden. Den ersten Anstieg marschierte ich bei allen vier Laufrunden hoch, den zweiten Anstieg lief ich auf den ersten beiden Runden noch. Auf dem Rathausplatz feuert mich Fank Horras mächtig mit seiner Schelle an. Herzlichen Dank Frank. Bei der ersten Passage der Verpflegung kippte ich mir nur Wasser über den Kopf die beiden nächsten male trank ich auch noch Iso bei der letzten Passage nichts. Ich wollte mehr nur noch ins Ziel. Auf der leicht abfallenden Eberhartsbrücke setzte ich zum Endspurt an. Ziel! Endlich geschafft! 3h20min57s war ich unterwegs. Länger dauerte nur noch die Heimfahrt mit der Deutschen Bahn am Montag. Nämlich ganze 4h28min.

Fazit Tolle Veranstaltung die in der Organisation aber noch Luft nach oben hat.


Im Ziel

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